Verpackungsrecycling funktioniert
Der Müllberg muss kleiner werden.
Jeder Deutsche wirft im Jahr ca. 450 kg Abfall weg. Der Anteil an Verpackungen beträgt dabei ca. 30 Prozent. Dazu kommen neben dem Hausmüll noch Bioabfälle, Sperrmüll oder auch Sonderabfälle. Schon durch konsequentes Trennen der Verpackungsabfälle kann die Abfallmenge gezielt reduziert werden.
Deponieraum ist knapp.
Berliner Restmüll wird ausschließlich im Land Brandenburg abgelagert. Eigene Deponien stehen in Berlin nicht mehr zur Verfügung. Inzwischen darf in Deutschland gemäß der Technischen Anleitung Siedlungsabfall kein unbehandelter Müll mehr abgelagert werden. Das heißt: Verwertbare Materialien aussortieren und die Reste umweltschonend verbrennen, um das Volumen zu verringern. In Berlin betreiben die Berliner Stadtreinigungsbetriebe eine Müllverbrennungsanlage in Ruhleben.
Der Ausweg heißt: Vermeiden, Sortieren, Verwerten.
Um die Hausmüllmenge zu reduzieren, muss verwertbares Material aussortiert werden. Für gebrauchte, leere Verpackungen stehen verschiedene Sammelbehälter zur Verfügung. So vorsortiert, werden sie nach Materialarten getrennt und dann wieder verwertet. Andere verwertbare Abfälle können auf den BSR-Recyclinghöfen abgegeben werden.
Zurzeit werden rechtliche Grundlagen erarbeitet, nach denen Verpackungen in Zukunft zusammen mit stoffgleichen, trockenen Abfällen in einer Tonne gesammelt werden können. So kommen noch mehr Wertstoffe zurück in den Recycling-Kreislauf.
Ressourcen sind wertvoll.
Durch Kreislaufwirtschaft werden Rohstoffreserven nachhaltig geschont. Außerdem führt der Einsatz von Sekundärrohstoffen bei den verschiedenen Fertigungsprozessen immer zu verringertem Energieverbrauch.
Gesetze und Verordnungen regeln den Umgang mit gebrauchten Verpackungen.
Um Anfang der Neunzigerjahre die Kreislaufwirtschaft deutschlandweit durchzusetzen, wurden gesetzliche Grundlagen geschaffen, die den Umgang mit Verpackungen definieren. Das Kreislaufwirtschafts- und Abfallgesetz sowie die Verpackungsverordnung regeln u. a. für ganz Deutschland, dass gebrauchte Verpackungen recycelt werden müssen.
Hersteller übernehmen Produktverantwortung.
Wer Verpackungen in Verkehr bringt, muss dafür sorgen, dass diese Verpackungen wieder verwertet werden. Die Hersteller können sich von dieser Pflicht befreien, wenn sie diese Aufgabe an ein duales System weiter geben. Sie bezahlen für diese Dienstleistung ein Lizenzentgelt. Dafür organisiert das jeweilige duale System für das zahlende Unternehmen die Sammlung und Sortierung der Verpackungen und stellt das Unternehmen damit von dieser Pflicht frei. Seit 01.01.2009 sind Verpackungshersteller gemäß der 5. Novelle der Verpackungsverordnung verpflichtet, die in Umlauf gebrachten Mengen bei einem dualen System lizenzieren lassen.
Lizenzgebühren sichern die Arbeit der dualen Systeme.
Die Höhe des Lizenzentgelts für Verpackungen ist je nach verwendetem Material unterschiedlich. Bei der Berechnung werden die Anzahl und das Gewicht der in Umlauf gebrachten Verpackungen und der Recyclingaufwand für das Material berücksichtigt. Das hat dazu geführt, dass Verpackungshersteller zunehmend weniger Verpackungsmaterial einsetzen, um Kosten einzusparen. Neben der Reduzierung der Abfallmenge werden so gleichzeitig auch Rohstoffe eingespart.
Der Grüne Punkt wird seit 1991 als Lizenzzeichen des ersten dualen Systems, der Duales System Deutschland GmbH (DSD), vergeben. Seit 2003 arbeiten weitere duale Systeme als Lizenznehmer. Mit Hilfe der eingenommenen Lizenzentgelte werden die Entsorgungsunternehmen für ihre Leistungen bezahlt und Beratung und Öffentlichkeitsarbeit finanziert.
Das Entsorgen der Verpackungsabfälle bezahlt jeder bereits beim Einkauf.
Abfüller und Handel geben die Lizenzkosten an ihre Kunden weiter, die somit beim Einkauf eines Produktes bereits für die Entsorgung der Verpackung bezahlen. Deshalb werden für die Abholung vorsortierter Verpackungsabfälle keine zusätzlichen Kosten erhoben.
Landen gebrauchte Verpackungen im Restmüll, muss die Entsorgung allerdings ein zweites Mal bezahlt werden. Sortieren wird also belohnt. Die Hausmüllmenge wird weniger und die Müllgebühren können sinken.
Die Sammelmengen müssen stimmen.
In der Verpackungsverordnung werden den Entsorgungsunternehmen, die im Auftrag der dualen Systeme arbeiten, Erfüllungsquoten vorgegeben. Im Durchschnitt müssen von allen in Umlauf gebrachten Verpackungen je nach Material 60 bis 75% recycelt werden. Das Verbrennen oder Deponieren von Verpackungen ist verboten.
Zur Abrechnung und Überprüfung der Verpackungsmengen wird jedes Unternehmen, das Verpackungen in Verkehr bringt, aufgefordert, bis zum 01. Mai jeden Jahres eine Vollständigkeitserklärung bei der zuständigen Industrie- und Handelskammer zur Prüfung zu hinterlegen. Sie beinhaltet Angaben zu geplanten Verpackungsmengen und -material. Die dualen Systeme informieren über die lizenzierten Mengen, die Sortieranlagen über die erreichten Mengen zur Verwertung. Im Abgleich aller Daten erhält man den Erfüllungsstand der vorgegebenen Quoten.
Entscheidend ist die Sammelqualität.
Ein wichtiger Schritt auf dem Weg zum Verwerten gebrauchter Verkaufsverpackungen ist das korrekte Vorsortieren. Die ausreichende Ausstattung der Abfallsammelplätze stimmt der Entsorger mit den jeweiligen Eigentümern der Grundstücke ab. Entsprechende Vorsortierbehälter im Haushalt oder in öffentlichen Einrichtungen erleichtern das getrennte Sammeln. Nur wenn gut vorsortiertes Verpackungsmaterial in den Sammelbehältern landet, kann auf den Sortieranlagen eine hohe Ausbeute erreicht werden.
In modernen Sortieranlagen arbeiten inzwischen Automaten.
Um das Materialgemisch aus den Gelben Tonnen und – Säcken nach Größe zu sortieren, kommen zunächst Trommelsiebe und Windsichter zum Einsatz. Zur Trennung von Kunststoffen und Getränkekartons werden Computer eingesetzt. Das Sortiergut wird von einer Lichtquelle bestrahlt. Die Wellenlänge im Infrarot-Bereich des reflektierten Lichtes wird gemessen. Jeder Computer erkennt daran nur ein bestimmtes Verpackungsmaterialien (Polyethylen, Polypropylen, Polystyrol, Polyethylenterephthalat (PET) oder Verbundmaterial) und steuert das Ausblasen der jeweiligen Verpackungen. Überbandmagneten ziehen Weißblechdosen und -deckel aus dem Materialfluss. Die Aluminiumtrennung funktioniert mit Wirbelschichttechnik. Dabei werden die Aluminiumteile kurzzeitig aufgeladen und von einem Gegenpol über eine Barriere gezogen. Auch in Glassortieranlagen nutzt man Licht zum erkennen des Sortiergutes.
Aber sensible Sortiertechnik kann nicht alles.
Durch Hausmüll verunreinigte Verpackungen oder falsch eingeworfenes Material (z. B. Pappe, Hausmüll, Sperrmüll, Videokassetten in der Gelben Tonne, buntes Glas in der Weißglastonne) erschwert die Arbeit auf den Sortieranlagen. Sensoren erkennen nur sauberes Material. Trotzdem müssen Verpackungen vor dem Entsorgen nicht ausgewaschen werden. Sie sollten leer und trocken sein. Wenn Deckel von Behältern entfernt sind und wenn Verpackungen einzeln in der Tonne oder im Sack landen, wird mehr verwertbares Material erkannt und aussortiert.
Information sichert den Erfolg des Verpackungsrecyclings.
Eindeutig beschriftete Wertstofftonnen und ein umfangreiches Sortiment an Informationsmaterialien (Faltblätter, Plakate, Broschüren) vermitteln die Grundinformationen zum getrennten Sammeln von Verkaufsverpackungen. Informationsstände bei Aktionstagen bieten die Möglichkeiten, sich direkt zu informieren.
Mitmachen kann jeder.
Die Möglichkeit, sich am getrennten Sammeln von Verpackungen zu beteiligen, ist für alle Berlinerinnen und Berliner in privaten Haushalten gegeben.
Aber auch öffentliche Einrichtungen und Gewerbetreibende nutzen diese Möglichkeit, um Betriebskosten zu senken und einen Beitrag zum Umweltschutz zu leisten.
Informationsmaterial
Unser kostenloses Informationsmaterial bietet jedem Anleitung und Fakten zum Recycling von Verpackungen. mehr »
Präsentation vor Ort
Machen Sie sich ein Bild vom Verpackungsrecycling. Interessierten Gruppen bieten wir die Möglichkeit, sich Sortieranlagen für Verpackungen vor Ort anzusehen. mehr »
Umwelterziehung
Für Lehrer und Erzieher haben wir eine Arbeitsmappe zur Unterstützung der Umwelterziehung in Kitas und Schulen erarbeitet, die wir kostenfrei zur Verfügung stellen. In diesem Arbeitsmaterial sind alle Informationen enthalten, um Kindern das Thema „Richtiger Umgang mit Abfällen“ zu erläutern. mehr »
Müllplatztafel
Für alle Berliner Vermieter bieten wir ab sofort die wetterfeste Informationstafel „AB IN DIE TONNE! ABER RICHTIG!“ (Format DIN A2) kostenlos an. Sie ist als Sortierhilfe für Müllstandsplätze konzipiert und berücksichtigt alle Abfallfraktionen. Bestellungen nehmen wir gern telefonisch unter (030) 56 56 56 – 152 oder per E-Mail an info@berlin-sammelt.de entgegen.